Familiäre Haushaltsauflösung: Ein Leben in Kartons

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Auch ich, so merke ich plötzlich, habe begonnen, überall in unserer New Yorker Wohnung Familienfotos zu deponieren. Ist das eine Alterserscheinung? Klammere ich mich an die Vergangenheit? Oder rührt das einfach nur aus der geografischen Distanz zu meiner deutschen Familie? Früher konnte ich nicht weit genug wegkommen von meinen germanischen Wurzeln, jetzt suche ich wieder die Nähe.

Die Packerei in Maryland hat mich ins existenzielle Grübeln gebracht. Denn bei mir, merke ich, hat sich ebenfalls einiges an »Stehrömkes« angehäuft: vergilbte Broadway-»Playbills«, Bordkarten beliebiger Flüge, die ich aus Gründen aufgehoben habe, Presseakkreditierungen vom Demokraten-Parteitag 2004, vom USA/Nordkorea-Gipfel 2017, von mehr Trump-Wahlveranstaltungen, als mir lieb ist. Die Kühlschranktür kann man nicht mehr sehen unter all den Souvenirmagneten von unseren Reisen. Wie ein Tech-Museum habe ich noch jeden ausrangierten Laptop, jede iPod-Version, jedes iPhone, vom allerersten an, für das ich anno 2007 sechseinhalb Stunden angestanden habe.

Ich bin kein Horter im pathologischen Sinne, aber zugegeben, ich horte anfassbare Flashbacks. Mit jedem Umzug, das haben wir uns eigentlich geschworen, sollten es weniger werden, aber es werden trotzdem immer mehr. Wer soll das denn eines Tages entsorgen?

4000 Dollar inklusive Bingo-Partys und »Movie Nights«

Wir selbst wahrscheinlich. Schließlich steuere auch ich bald auf ein Alter zu, in dem man langsam vielleicht nicht über betreutes Wohnen, aber zumindest über eine Reduzierung der Stellfläche nachdenken müsste, der gedanklichen und der physischen. Schon jetzt rechne ich herum, in welchem Land – USA oder Deutschland – uns die Rente, plus Ersparnisse, eines Tages mehr Quadratmeter finanzieren kann.

Hier sieht es schlecht aus. Meine Schwiegermutter zahlt für ihr neues Zimmer in New York 4000 Dollar im Monat. Dafür bekommt sie zweimal am Tag kein schlechtes Essen (Restaurant oder Roomservice), einen Hausarzt im Haus, Bingo-Partys, »Movie Nights« und aus dem Fenster einen Blick auf die Skyline. Das ist, ja wirklich, ein guter Deal: Die US-weiten Durchschnittskosten für diese noch relativ unabhängige Form des »assisted living« belaufen sich auf 4500 Dollar, ein Zimmer im Pflegeheim wäre dann mehr als das Doppelte, sollte es so weit kommen. Medicare, die staatliche Krankenkasse für Senioren, zahlt davon in der Regel nichts, deshalb auch der Hausverkauf in Maryland.

Die meisten Möbel der Schwiegermutter, die nicht mehr in ihr neues Zimmer gepasst haben, haben wir verkauft oder verschenkt. Bis auf drei Stücke, allen voran die besagte Teakholz-Anrichte, die ist jetzt in unserem Esszimmer in Brooklyn. Die »Stehrömkes« in der Vitrine haben wir herausgenommen und durch unsere eigenen ersetzt.

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